Grignan

Les lavandes

Station

2

Ich bin Landwirt in Grignan und bin seit 1969 auf einem kleinen Bauernhof meiner Mutter tätig, der 3 Hektar groß war. Auch mein Vater war Landwirt, und mein Großvater war Müller. Er besaß einen Bauernhof mit 15 Hektar, den ich später übernommen habe. Dort haben wir begonnen, die ersten Lavendel- oder vielmehr Lavandin-Pflanzen anzubauen.

Die Pflanzen, die wir hier anbauen, werden oft als Lavendel bezeichnet, sind aber tatsächlich Lavandin. Der Unterschied liegt in ihrer Vermehrungsweise und ihrer Anbauhöhe. Lavendel vermehrt sich durch Samen und wächst über 1000 Meter Höhe. Lavandin hingegen ist eine Kreuzung zwischen wildem Aspic und Lavendel und vermehrt sich durch Stecklinge: Man teilt die Pflanze, nimmt ein Stück, setzt es in die Erde, und es bildet Wurzeln. Lavandin ist robuster und voluminöser, aber die Qualität der ätherischen Öle ist unterschiedlich. Lavendel produziert in höheren Lagen weniger mit kleineren Pflanzen, aber sein Öl ist feiner und hat überlegene therapeutische Eigenschaften. Lavandin mit seinem groberen Duft und seinem hohen Campheranteil ist hervorragend zur Linderung von Schmerzen, ohne sie zu heilen.

In meiner Familie haben wir Lavandinöl schon immer für seine Vorteile verwendet. Mein Vater, mein Großvater und ich verwenden es zur Schmerzlinderung, und es funktioniert sehr gut, auch wenn es keine Wunderlösung ist. Neben seinen therapeutischen Anwendungen ist es wirksam bei der Beruhigung von Mückenstichen und leichten Verbrennungen.

Lavendel zieht die Menschenmassen an und erinnert an Urlaub und die Schönheit der Landschaften. Lavendelfelder beruhigen, sowohl durch ihren Anblick als auch durch ihren Duft. Die Leute sind glücklich, wenn sie Lavendel sehen, und niemals aggressiv inmitten dieser Felder. Lavendel steht für Frieden und Gelassenheit.

Dank Unternehmen wie L’Occitane ist der Lavendelanbau heute weltweit bekannt. Wir stehen jedoch vor bedeutenden klimatischen Herausforderungen. Früher haben wir mit 10 Hektar eine bestimmte Menge an Blumen produziert. Heutzutage benötigen wir 25 Hektar, um dieselbe Menge zu erhalten, aufgrund extremer Witterungsschwankungen. Vor 12 Jahren haben wir beispielsweise in nur drei Jahren aufgrund von Dürre 27 Hektar Lavandin verloren.

Die kalkhaltigen Böden, auf denen Lavendel wächst, sind oft arm und für andere Kulturen schwierig. Aber extreme Temperaturen und Gesundheitsprobleme wie Zikadenbefall (kleine Schmetterlinge, die in Lavendelstängeln ablegen), schwächen die Pflanzen. Behandlungen sind schwierig, da sie Bienen töten können.

All das könnte es schwieriger machen, Lavendelfelder wie heute zu finden, und das wäre wirklich schade.